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23. Februar 2015

AX2009 Konvertierung zu Standardkosten

Da hat es mich zwischenzeitlich mal wieder erwischt.

Ein Unternehmen wollte auf Standardkosten umstellen und es hat hinten und vorne nicht geklappt. Was war der Grund? Dreimal dürft ihre raten. GENAU! Nicht abgeschlossene Lagerbuchungen.

Und wo kamen die her? Von einem undurchsichtigen hin und her gebuche über Standorte hinweg zusammen mit der Situation, dass zuvor montierte Stücklisten wieder demontiert wurden. 

Problem "viele Umlagerungen":
wenn sehr viel über Lagerorte umgelagert wird, reicht ein "Maximaler Durchsatz" von 100 nicht aus. man bekommt dann eine Meldung dass einige Lagerbuchungen nicht abgeschlossen werden konnten. Ausserdem funktioniert Regulierung, soweit ich mich erinnere, auch nicht über Standorte hinweg (zumindest in AX2009, aber dass müsste man nochmal ausprobieren). 

Problem "Stücklisten zerlegen"
An sich für AX kein Problem (Stückliste mit Minusmenge buchen). Nur hat sich keiner um die Einstandswerte gekümmert. Leider „durften“ in den Artikeln die Standardeinstandswerte nicht gefüllt sein (wollte man wohl nicht).

Das ganze wäre ja schon schlimm genug. Nur hat sich um diese Zerlege-Produktionsaufträge niemand gekümmert. (wozu auch, Artikel liegt ja wieder am Lager). Also stehen seit Jahren nicht fertiggemeldete Produktionsaufträge im System.

Unfassbar!

9. Mai 2011

Lagerwerte in Dynamics AX2012...

... habe ich mir zwar noch nicht angesehen, bin aber schon gespannt darauf bis ich mal die erste Version in die Hände bekomme und werde natürlich etwas dazu schreiben. Geichzeitig muss ich mich für mein schweigen in Sachen Lagerwerte entschuldigen. Zum einen hatte ich in letzter Zeit quasi nichts mehr damit zu tun. Zum anderen scheint seit 4.0 Sp2 eine so stabile Version im Umlauf zu sein, dass die unerklärlichen astronomischen Lagerwerte nichtmehr auftreten. Vielleicht ist auch das Bewusstsein und die Ausbildung in diesem Bereich gestiegen, wer weiss.
Auf jedenfall bin ich gespannt ob Microsoft in der neuen Version Neues zu dem Thema bietet.

25. Januar 2010

19 Neuberechnung / Lagerabschluss

  • Die Neuberechnung / Lagerabschluss bewerteten jeden Abgang anhand des Lagermodells neu (Wert)
  • Die Neubewertung / Lagerabschluss arbeiteten zeitgerecht (Datumsabgrenzung)
  • Der Standardeinstandspreis hebelt die anderen Lagermodell aus, dennoch muss auch beim Standardeinstandspreis ein Lagermodell hinterlegt sein und ein Lagerabschluss erfolgen. (Dynamics AX4.0)

Regelmäßige Abschlüsse erhöhen die Systemleistung, da abgeschlossene Buchungen nicht unnötigerweise jedes Mal neu berechnet werden. Wenn das Lager nicht regelmäßig abgeschlossen wird, sinkt die Systemleistung mit der Zeit. Außerdem werden Regulierungen des Artikelverbrauchs erst bei einem Lagerabschluss abgeschlossen.

Idealerweise läuft die Neuberechnung am Wochenende spätestens am Monatsende und der Lagerabschluss mit etwas zwei Monaten Versatz.

11. Januar 2010

18 Durchschnittspreisberechnung in Dynamics AX2009

Dynamics AX4.0 und frühere Versionen berechnen den Durchschnitt in dem jedem Abgang Bruchteile von Zugängen zugeordnet werden und abgeschlossen werden. hier nochmal das Beispiel:

Mindest-Durchschnittsmenge = 0,1


Datum
01. Jan
02. Jan
03. Jan
04. Jan
Menge
1
2
-1
10
Wert
10
40
26,46
300
Durchschnitt

abgeschlossen
0,1
0,15
1
0,75


Seit Dynamics AX2009 wird ein neues Verfahren angewendet.

Alle noch nicht abgeschlossenen Zugänge eines Artikel bis zum Abschlussdatum werden addiert und der Durchschnittseinstandspreis berechnet und mit einer "künstlichen" (vom System erzeugten) Abgangsbuchung abgeschlossen. Gleichzeitig wird vom System eine "künstliche" Zugangsbuchung für diesen Artikel mit dem eben berechneten Durchschnittseinstandspreis erzeugt. Mit dieser "künstlichen" Zugangsbuchung werden nun die Abgänge abgeschlossen.



Datum
01. Jan
02. Jan
03. Jan
04. Jan
04. Jan
04. Jan
Menge
1
2
-1
10
-13
+13
Wert
10
40
26,46
300
350
350
Durchschnitt

abgeschlossen
1
2
1
10
13
1

Vorteil der neuen Methode:

  • es werden immer nur ganze Mengen ausgeglichen
  • Außerdem entfallen hierdurch der Parameter "Mindest-Durchschnittsmenge" bei den Lagerparametern, sowie die "Mindestausgleichsmenge Prozent / Betrag" beim Lagerabschluss.
  • alle offenen Zugänge werden auf eine Buchung zusammengefasst, auch "künstliche" Lagerabschluss-Buchungen aus früheren Perioden. Damit wird eine massive Reduktion offener Buchungen erreicht und lt. Microsoft eine erhebliche Reduktion der Laufzeiten beim Lagerabschluss (beim Durchschnittspreismodell). Microsoft nennt ein Kundenszenario bei dem aufgrund des neuen Modells die Laufzeit des Lagerabschluss von 11 Stunden auf 38 Minuten reduziert werden konnte.


Microsoft bietet übrigens unter dem Fix KB967565 diese neue Berechnungsmethode auch für Dynamics AX4.0 SP2 an.

10. Dezember 2009

17.4 Maximaler Durchsatz und Regulierung des Mindestdurchsatzes Regulierungsschleifen

Wenn wir schon bei den Parametern sind… da gibt es ja noch den Parameter "Erweitert" mit "maximaler Durchsatz" und "Regulierung des Mindestdurchsatzes"….

Der Parameter wird benötigt um Regulierungsschleifen zu steuern.



Regulierungsschleifen???



Ganz einfach: sie kaufen einen Artikel ein und legen ihn ans Wareneingangslager, da hat er einen Wert von 10€. Dann lagern sie den Artikel um auf ein Lagerort B, in dem liegt aber noch ein solcher Artikel, den sie vor zwei Wochen zu 20€ eingekauft haben. Was macht ihr Durchschnitt? Richtig er verändert sich auf 15€. Nun lagern sie diesen wieder um…. Usw.

Aber es geht ja noch weiter: nun bekommen Sie die Rechnung vom Lieferanten, und der hat ganz frech 10,20€ berechnet. Also war ihr Einstandspreis nicht 10€ sondern 10,20€. In AX ja kein Problem. Wie wir inzwischen wissen zieht AX die Werte des Abgangs nach. Aber der Artikel befindet sich ja gar nicht mehr auf dem Wareneingangslager. D.h. AX muss den Wert auf dem Lagerort B auch neu berechnen. Der neue Wert ist dann 15,10€ und wenn sie wieder umgelagert haben geht das Spielchen immer Weiter. An irgendeinem Punkt müssen Sie entscheiden wieviele "Umlagerungen" sie erlauben wollen und bei welchem Betrag es keinen Sinn mehr macht evtl. Bruchteile von Cents weiterzureichen.



Genau dafür dien die beiden Parameter da.



Maximaler Durchsatz ist die Höchstzahl der Schleifen, die ein Abschluss oder eine Neuberechnung aufweisen darf, d.h. über wie viele Stationen sich eine Regulierung auswirken soll.

Regulierung des Mindestdurchsatzes gibt den niedrigsten Einstandswert an, der übertragen werden soll.



Beispiel:


LO 1
LO 2
LO 3

20 St

200 €

Ø 10 €
10 St

200 €

Ø 20 €
10 St

250 €

Ø 25 €
1
Umlagerung 10 St zu 10 € von LO1 an LO2


10 St

100 €

Ø 10 €
20 St

300 €

Ø 15 €
10 St

250 €

Ø 25 €
2

Umlagerung 10 St zu 15 € von LO2 an LO3

10 St

100 €

Ø 10 €
10 St

150 €

Ø 15 €
20 St

400 €

20 €
3


Abgang 10 St zu 20 € von LO3
4
Regulierung zu 14 €



10 St

140 €

Ø 14 €
10 St

150 €

Ø 15 €
20 St

400 €

20 €
5
Regulierung der Umlagerung um 40 €
(10 x Diff. 10 zu 14 €)



10 St

140 €

Ø 14 €
20 St

340 €

Ø 17 €
10 St

250 €

Ø 25 €
6

Regulierung der Umlagerung 20 (10 x Diff. 15 zu 17 €)

10 St

140 €

Ø 14 €
20 St

340 €

Ø 17 €
20 St

420 €

21 €
7


Regulierung des Abgangs zu 21 €


Mit den Einstellungen "Maximaler Durchsatz = 100" und "Regulierung des Mindestdurchsatzes = 1" werden Regulierungen maximal 100 Schritte weitergereicht und ein Regulierungsbetrag von mindestens 1 € gefordert. Fällt der Regulierungsbetrag unter 1 € so wird die Regulierung nicht weitergeführt und stattdessen der Restbetrag über die G&V-Konten des Artikels ausgebucht.

Die Notwendigkeit der Parameter wird deutlich wenn mann sich vor Augen hält dass der Abgang aus LO 3 z.B. eine Umlagerung auf LO 1 sein könnte. Damit müsste aber der LO 1 erneut reguliert werden.



Regulierungsschleifen können z.B. auftreten

  • Wenn negativer physischer Bestand zulässig ist
  • Wenn negativer wertmässiger Bestand zulässig ist
  • Keine endgültigen Einstandspreise feststehen
  • Umlagerungen zwischen mehreren Lagerorten / Lagerplätzen stattfinden
  • Produktionen über mehrere Stücklistenebenen

7. Dezember 2009

17.3 Mindestausgleichsmenge Prozent / Betrag

Ein weitere Parameter mit Verzweiflungspotenzial.

Bei Neuanlage eines Lagerabschlusses können zwei weiter Parameter gesetzt werden und wirken analog dem Parameter Mindest-Durchschnittsmenge

  • Mindestausgleichsmenge in Prozent
  • Mindestausgleichsbetrag

Hier eine Buchung die genau wie die vorangegangene durchgeführt wurde, jedoch mit anderen Einstellungen bei der Ausführung des Lagerabschluss.





egal wie sie rechnen, sie kommen mit Excel nicht auf die gleichen Werte wie AX..... ausser mit den folgenden Zusatzinformationen:






... aber da muss man erst mal drauf kommen und die Einstellungen mit denen der Lagerabschluss durchgeführt wurde werden nicht protokolliert. Also: höllisch aufpassen was man macht.


Nebenbei bemerkt: der Schalter "Sachkonto aktualisieren" muss natürlich selbstredend gesetzt sein, wenn sie mit Sachkontenintegration arbeiten. Ausversehen vergessen werden ausversehene Differenzen zw. Hauptbuch und Lager erzeugt (und ganz nebenbei auch verzweifelte Finanzer und Berater gleichermaßen).



Generell ist die Empfehlung alle Parameter so klein wie möglich zu halten. Kleine Parameter bedeuten zwar schlechtere Performance, eine Laufzeit bis zu 2 Stunden für den Lagerabschluss ist aber normal. Wenn sich die Laufzeit wesentlich verlängert können sich weitere Clients in die Verarbeitung "einklinken" und die Laufzeit wesentlich verkürzen (Lagerverwaltung / Periodisch / Abschluss und Regulierung / Funktionstaste "Berechnung" / Berechnungshilfe)



Erst wenn Laufzeiten dennoch zu lang sind sollte eine Änderung der Parameter erwogen werden, oder auf die Lagermodell "FIFO", "LIFO" oder "Gewichteter Durchschnitt Datum" umgestellt werden (Achtung: diese Umstellung darf nicht im laufenden Betrieb gemacht werden sondern erfordert spezielle abgestimmte Schritte, die erheblichen Buchungsaufwand bei der Umstellung mit sich bringen können)

3. Dezember 2009

17.2 Beispiel zur Durchschnittspreisberechnung AX4.0

Hier nun weitere Beispiele. Wer es nachbuchen möchten, muss sich zuerst zwei Artikel anlegen und das einfache Ausgangsbeispiel buchen (3 Zugänge und ein Abgang). Der Rest ist einfach: Lagerabschluss durchführen mit Parameter 1, dann Lagerabschluss wieder aufheben, Parameter ändern und wieder Lagerabschluss…..


Mindest-Durchschnittsmenge = 0,75

Datum
01. Jan
02. Jan
03. Jan
04. Jan
Menge
1
2
-1
10
Wert
10
40
?
300
Durchschnitt

abgeschlossen
0,75
0,25
12,5
0
Datum Durchschnitt

abgeschlossen
0,75
0,25
12,5
0







Mindest-Durchschnittsmenge = 0,2

Datum
01. Jan
02. Jan
03. Jan
04. Jan
Menge
1
2
-1
10
Wert
10
40
?
300
Durchschnitt

abgeschlossen
0,2
0,2
24
0,6
Datum Durchschnitt

abgeschlossen
1/3
2/3
16,67
0





 und weitere:







wie man an den Werten erkennen nähern wir uns beim Lagermodell "Durchschnitt" bei diesem extrembeispiel erst bei einem Parameter von 0,1 allmählich einem Durchschnittswert.

30. November 2009

17.1 Beispiel zur Durchschnittspreisberechnung AX4.0

wie inzwischen gelernt wird jede Abgangs-Buchung zunächst mit dem einfachen Durchschnitt bewertet.
im Folgenden Buchungsbeispiel wird dies nocheinmal deutlich. Dargestellt sind ein Artikel mit Lagermodell "Durchschnitt" sowie mit "Durchschnitt Datum" VOR dem Lagerabschluss.



 Auswirkungen des PArameters Mindest-Durchschnittsmenge beim Lagerabschluss:

Eine Mindest-Durchschnittsmenge von 0,01 bedeutet, dass eine Menge Abgang (z.B. 1 Stück) in maximal 100 Teile für den Ausgleich aufgeteilt wird und proportional auf alle noch offenen Zugänge verteilt wird. Mindest-Durchschnittsmenge von 1 bedeutet, dass eine Menge Abgang (z.B. 1 Stück) in maximal 1 Teile für den Ausgleich aufgeteilt wird (was dann de facto einem Fifo entspricht)

Hier ein Buchungsbeispiel für verschiedene Einstellungen


Mindest-Durchschnittsmenge = 1

Datum
01. Jan
02. Jan
03. Jan
04. Jan
Menge
1
2
-1
10
Wert
10
40
?
300
Durchschnitt

abgeschlossen
1
0
10
0
Datum Durchschnitt

abgeschlossen
1
0
10
0








26. November 2009

16 Paramater zur Durchschnittspreisberechnung unter AX 4.0

Für AX2009 haben sich in diesem Bereich Änderungen ergeben die separat besprochen werden.


Durch die Verteilung eines Abgangs auf alle Zugangsbuchungen, würden diese unter Umständen nie geschlossen werden, was zu erheblichen Performance-Problemen führt, da stets eine sehr große Anzahl Buchungen in die Berechnung des Durchschnittspreises einfließen würde.


Dynamics AX verfolgt daher das Ziel so viele Buchungen wie möglich abzuschließen, was durch die nachfolgende Paramater gesteuert werden kann.

Mindest-Durchschnittsmenge

Zu beachten sind globaler Parameter (Lagerverwaltung / Einstellungen / Parameter) aber auch die Einstellung im Artikel selbst (Artikel / reiter "Sonstiges" / Feldgruppe "Ausgleich")

Der Parameter hat generelle Gültigkeit für alle Artikel, jedoch kann für einzelne Artikel separat im Artikelstamm diese Mindest-Durchschnittsmenge übersteuert werden, um so einzelne Artikel entweder detaillierter oder weniger detailliert auszugleichen.

Der Parameter gibt an welcher Anteil (mengenmäßig) an diesem Artikel beim Lagerabschluss geschlossen werden soll.








Die Mindest-Durchschnittsmenge ist eine Standardmenge für den niedrigsten Wert, der beim Lagerabschluß für den Ausgleich einer Menge verwendet werden soll. Weiterhin stellt der Parameter eine Art der Rundung der Menge dar, um Einfluss auf die die Anzahl der Ausgleichsbuchungen zu erzielen. Je kleiner der eingegebene Wert, desto mehr Ausgleichsbuchungen werden erzeugt.

23. November 2009

15 Kontierung Lager

Im Gegensatz zum Einkauf oder Vertrieb gibt es bei den normalen Lagerjournalen (Inventur- oder GuV-Journalen) keinen Status "abgesetzt" oder "eingegangen", sondern lediglich "eingekauft" oder "verkauft", d.h. es gibt nur die "wertmäßige Buchung" (1112 an 5877).










Die Kontierung wird aus der Artikelgruppe gezogen. Die entsprechenden Konto / Gegenkontokombination ist:

  • Zugang / Gewinn
  • Abgang / Verlust




Die Konten unter "Fester Zugangspreis - Gewinn" und "Fester Zugangspreis – Verlust" werden im Zusammenhang mit Standardeinstandspreis angesprochen.

19. November 2009

14 Kontierung Einkauf

Die Kontierung sollte stets nach Artikelgruppen getrennt erfolgen


Beim Anlegen einer Bestellposition (Status Bestellt) wird eine Lagerbuchung mit der angegebenen Menge, jedoch ohne finanziellen Wert generiert.






Wenn der Wareneingang gebucht wird (Status Eingegangen), werden auf den Konto "Lieferschein" und "Lieferscheinausgleich" Buchungen generiert. Die Kosten dafür basieren auf der entsprechenden Bestellposition (1136 an 3308).
 












Voraussetzung: damit die Buchungen überhaupt erfolgen, sind zwei Kontrollkästchen zu aktivieren:

  1. Physischen Bestand buchen (Registerkarte Lagerverwaltung > Einstellungen, Lager > Lagersteuerungsgruppen > Einstellungen).
  2. Lieferschein auf Sachkonto buchen (Registerkarte Debitoren > Einstellungen > Parameter > Aktualisierungen).


Bei der Rechnungsaktualisierung (Status Eingekauft) des Artikels werden

  • die beiden Lieferscheinbuchungen storniert (3308 an 1136)
  • Bei einem Artikel, für den keine Standardkosten verwendet werden, werden die Konten "Zugang" (1112) und das im Kreditorenbuchungsprofil hinterlegte Sammelkonto 3301 bebucht (1112 an 3301)








Alle Steuern werden auf dem Steuercodekonto auf der Sollseite gebucht, und Artikeleinkäufe, einschließlich Mehrwertsteuer, werden auf dem Kreditoren-Sammelkonto entsprechend den Einstellungen im Buchungsprofil des Lieferanten gutgeschrieben.

Im Einkauf werden Rabatte in der Regel nicht getrennt kontiert, da im Lager der echte Wert ersichtlich sein soll. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Berechnung des Einstandspreises.

für Gutschriften im Einkauf ist die Definition eines Verbrauchskontos notwendig. Diese sollten natürlich andere sein als die im Auftrag, da sonst im Hauptbuch nicht unterscheiden werden kann ob der Verbrauch aus Auftrag (Verkauf) oder Rücklieferung (Einkauf) stammt.

16. November 2009

13 Kontierung Vertrieb

Die Kontierung sollte stets nach Artikelgruppen getrennt erfolgen, da sie eine spätere Abstimmung zum Hauptbuch erleichtert.

1. Beim Erstellen einer Auftragsposition (Status In Auftrag) wird eine Lagerbuchung mit der angegebenen Menge, jedoch ohne finanziellen Wert, generiert.




2. Wenn der Lieferschein für den Artikel gebucht wird (Status Abgesetzt), werden Buchungen im Lieferscheinkonto und dem Lieferschein-Gegenkonto generiert, die auf den Artikelkosten zum Zeitpunkt der Aktualisierung des Lieferscheins basieren.

Kontierung







Einstandspreise zum Zeitpunkt des Abgangs (einfacher Durchschnitt)





  Buchungen









Voraussetzung: damit die Buchungen überhaupt erfolgen, sind zwei Kontrollkästchen zu aktivieren:

  1. Physischen Bestand buchen (Registerkarte Lagerverwaltung > Einstellungen > Lager > Lagersteuerungsgruppen > Einstellungen).
  2. Lieferschein auf Sachkonto buchen (Registerkarte Debitoren > Einstellungen > Parameter > Aktualisierungen).

3. Bei der Rechnungsaktualisierung (Status Verkauft) werden

  • die beiden Sachkontobuchungen des Lieferscheins wieder storniert (1135 an 5014).
  • gleichzeitig werden die Konten für "Abgang" und "Verbrauch" bebucht (5013 an 1112)
  • Der Artikelverkauf, ohne Steuern, wird im Umsatzerlöskonto gutgeschrieben (1201 an 4029) und dem Debitorensammelkonto (1201) belastet. Das Debitorensammelkonto stammt aus den Debitorenbuchungsprofilen








  • Steuern werden dem Steuercodekonto gutgeschrieben.Der Verkauf, einschließlich aller Steuern wie etwa der Mehrwertsteuer, wird dem im Buchungsprofil des Debitors eingerichteten Debitorensammelkonto belastet.
  • Die Kontierung der Umsatzerlöse sollte je Artikelgruppe und MwSt-Gruppe erfolgen

Rabatte gehen auf die unter "Rabatt" hinterlegten Konten. Wenn kein Sachkonto für Rabatt hinterlegt ist, wird der Rabatt vom Umsatzerlös abgezogen

Beispiel: 100 € und 10% Rabatt:

  • Mit Rabattkonto: Konto "Umsatzerlös" = 100 (H), Konto "Rabatt" = 10 (S)
  • Ohne Rabattkonto: Konto "Umsatzerlös" = 90 (H)
Achtung: die Einstellungen beziehen sich auf Positionsrabatte, nicht auf Rechnungsrabatte


Für Provision werden ein Provisionskonto und ein Provisionsgegenkonto erstellt. Diese Konten bieten einen Überblick der Sachkontobuchungen von Provisionen. Bei der Rechnungsaktualisierung eines Auftrags wird die Provision für den gebuchten Betrag dem Provisionskonto belastet und dem Provisionsgegenkonto gutgeschrieben.

11. November 2009

12. Lagersteuerungsgruppe "Physischen Wert einbeziehen"

"Physischen Wert einbeziehen" berechnet den neuen Durchschnittspreis bereits beim Wareneingang. Das setzt voraus, dass der Preis in der Bestellung stimmt (z.B. durch Auftragsbestätigung).

Diese Einstellung sollte nur dann verwendet werden wenn Preise der Bestellung durch die Rechnung nichtmehr oder nur selten verändert werden, die Rechnung verhältnismäßig spät eintrifft und zwischen einzelnen Bestellungen signifikante Preisunterschiede auftreten, Das Lagermodell Durchschnitt ("Durchschnitt Datum") ist.

In diesem Fall können auch Regulierungen auf physischen Werten erfolgen.

Unterschiede zwischen Lagerabschluss und Neuberechnung können entstehen weil der Lagerabschluss nur wertmäßig aktualisierte Buchungen berücksichtigt, nicht aber physische.

9. November 2009

11. Lagersteuerungsgruppen

Prinzipiell sollten nur die Lagersteuerungsgruppen anlegen werden, die auch Verwendung finden. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass mit möglichst wenige Lagersteuerungsgruppen zum Einsatz kommen.

Prinzipiell werden nur drei Lagersteuerungsgruppen benötigt:

  1. Für physische Artikel
  2. Für Verbrauchsartikel
  3. Für Service- / Leistungsartikel


Ggf. können weitere hinzukommen, z.B. wenn Reservierung oder Erfassungs- oder Entnahmeanforderungen benötigt werden.

Das Lagermodell sollte in einer Installation nach Möglichkeit nach gemischt werden. Dies erleichtert später die Nachvollziehbarkeit.



Wie schon angesprochen wird über die Lagersteuerungsgruppe negativer Bestand zugelassen. Wenn dies in einer Installation unbedingt erforderlich sein sollte, so kann dies über separate Lagersteuerungsgruppen auf die Kritischen Artikel eingegrenzt werden. Hier unterscheidet sich AX von anderen Systemen

Worst Practice ist in diesem Fall nur eine Lagersteuerungsgruppe mit negativem Bestand zugelassen für alle Artikel zu nutzen.



Negativer Bestand

Dieser Parameter sollte nie aktiviert sein. In früheren Versionen konnte das u.a. dazu führen kann dass sich der Durchschnittspreis "aufschaukelt". Das Problem des Aufschaukelns ist zwar mit AX4.0 SP2 behoben, dennoch führt der Parameter regelmäßig zu Problemen bei der Bestandsbewertung und Abstimmung. Die verursachenden Prozesse sollten zuvor intensiv beleuchtet werden.

Falls ein Unternehmen dennoch negative Bestände zulassen "muss", sollte dies nur für einzelne Artikel erfolgen und wenn möglich in Verbindung mit einer separaten Artikelgruppe.

Wertmäßig negativer Bestand

Wertmäßig negativer Bestand muss meist zugelassen werden. Andernfalls kann nur verkauft werden wozu es schon eine Eingangsrechnung bzw. eine abgeschlossenen Produktionsauftrag gibt. Der Parameter ist unkritisch wenn Eingangsrechnungen und Produktionen zuverlässig gebucht werden, kann allerdings zur Irritationen bei der Abstimmung mit dem Hauptbuch führen.

6. November 2009

10. Einstellungen am Artikelstamm





Neuester Einkaufspreis

Neuester Einkaufspreis kann ohne Bedenken gesetzt werden.


Neuester Einstandspreis

Der Einstandspreis (Artikel / Reiter "Preis/Rabatt" / Feldgruppe "Kosten") wird an unterschiedlichen Stellen in Dynamics AX herangezogen und sollte den wahren Einstandspreis zumindest näherungsweise enthalten und nicht Null betragen.

Neuester Einstandspreis wird bei Rechnungseingang, allerdings auch bei Lager / Journalbuchungen in den Artikel zurückgeschrieben.

Bei Projektstart sollte dieser Parameter deaktiviert sein, um eine potenzielle Fehlerquelle auszuschließen. Nachdem das System einige Zeit im Livebetrieb stabil ist, kann in einer Optimierungsphase das Häkchen gesetzt werden.

Sinnvolle Einstellungen später können sein:

bei Artikel
ja
bei Stücklisten
nein
bei Service
ja
bei Artikel mit stark variierenden Einstandspreisen
nein
bei Sammel / Dummyartikeln
nein
bei Artikeln die mit Standardeinstandspreis bewertet werden (vgl. Lagersteuerungsgruppe)
nein


Einstandspreise je Lagerort (bzw. je Dimension) können im Artikel nicht manuell hinterlegt werden, sondern wird berechnet, falls in der Lagerdimensionsgruppe das Häkchen "Wertmäßiger Bestand" für die Dimension gesetzt ist.



AX2009
Hier gibt es am Artikel eine neue Funktion ("Preis") über die eine Historie der Preise am Artikel gespeichert wird. Die automatische Aktualisierung schreibt die Werte ebenfalls in die Historie zurück



2. November 2009

9. Werte bei Rücklieferung / Gutschriften

Rücklieferung / Gutschriften in der Auftragsposition sollten immer über "Funktion / Gutschrift erstellen" erfolgen. Dies sorgt für die richtigen Werte beim Lagerabschluss. Denn die Gutschrift wird in AX wiederum als neuer Zugang gewertet.

Bei Gutschrift / Rücknahmen im Vertrieb (z.B. einfache Erfassung einer Negativ-Menge) ohne Markierung wird der aktuelle Einstandspreis aus dem Artikelstamm bzw. die Anwendereingabe verwendet. Da es sich hier systemtechnisch um einen Zugang handelt wird der angegebene Wert in die Einstandspreisberechnung und auch im Lagerabschluss berücksichtigt

Nur über die Markierung wird dann ein wert- und mengenneutrales Storno erzeugt.

30. Oktober 2009

8. Markierung

Markierung verknüpft Abgänge mit Zugängen. Markierung muss i.d.R. der Anwender setzen (Ausnahme bei Bestellung / Gutschrift erstellen bzw. auftragsbezogener Produktion). Vor dem Lagerabschluss kann die Markierung verändert werden. Markierungen sind erst fix, wenn Abschluss durchgeführt wurde.

Die Markierung kann ein Korrekturwerkzeug sein, damit kann aber auch das Lagermodell "ausgehebelt" werden, da Markierung die höhere Priorität bei der Neuberechnung hat.

28. Oktober 2009

7. Werte verschiedener Lagermodelle nach Lagerabschluss

Frage: welchen Einstandswert hat der Abgang vom 03. Januar?



Datum
01. Jan
02. Jan
03. Jan
04. Jan
Menge
1
2
-1
10
Wert
10
40
?
300
Ohne Lagerabschluss oder Neuberechnung wird der aktuelle Durchschnittspreis verwendet
26,92



Nach Lagerabschluss oder Neuberechnung werden die Werte entsprechend angepasst

FIFO
 1*

10

LIFO


30
 1*
Datum LIFO

 1*
20

Durchschnitt
 1/13*
 2/13*
26,92
 10/13*
Datum Durchschnitt
1/3*
2/3*
16,67

Markierung mit 04. Jan.


30
1*


* = abgeschlossene Menge



Bei rückwirkenden Buchungen (z.B. bei zurückgesetztem Buchungsdatum) wird trotzdem der aktuelle Einstandspreis verwendet.

26. Oktober 2009

6. Beispiel Zusammenspiel Lagerungsdimensionsgruppe und Lagersteuerungsgruppe

Fall 1:

Lagerungsdimensionsgruppe
"Physischer Bestand"
Nein
pro Lagerort darf der Lagerbestand negativ werden, solange der Gesamtbestand nicht negativ wird
Lagersteuerungsgruppe
"physischer negativer Bestand"
Nein


Fall 2:

Lagerungsdimensionsgruppe
"Physischer Bestand"
Ja
pro Lagerort darf kein negativer Lagerbestand entstehen
Lagersteuerungsgruppe
"physischer negativer Bestand"
Nein


Dies kann z.B. bei Seriennummern verheerend sein wenn sie eine Konstellation wie im Fall 1 wählen. Dann ist es nämlich möglich, dass sie eine Seriennummer doppelt ausliefern (solang der Gesamtbestand nicht negativ wird).
.

23. Oktober 2009

5. Lagersteuerungsgruppe

Nur einige der Parameter in der Lagersteuerungsgruppe sind für die Berechnung von Einstandspreis, Neuberechnung, Lagerabschluss und Buchungen im Hauptbuch relevant. Die anderen Parameter steuern "lediglich" logistische Prozesse.

AX4.0

  • Standard-Einstandspreis übersteuert alle Lagermodelle. Wird der Standard-Einstandspreis verwendet, so sollten spezielle Differenzkonten verwendet werden, um einfacher feststellen zu können, dass sich der Standard-Einstandspreis geändert hat.
  • Auch bei Standard-Einstandspreis wird ein Lagermodell zum Lagerabschluss benötigt. Idealerweise sollte das FIFO oder LIFO sein, da beim Lagerabschluss weniger Ressourcen verbraucht werden.
AX2009

  • Das Lagermodell ist in einem separaten Reiter hinterlegt
  • Das Lagermodell Standardkosten ist nun eine Auswahloption wie die anderen Lagermodelle auch
  • "Fester Zugangspreis" entspricht den Häkchen "Standard-Einstandspreis" aus AX4.0 und ist aus Kompatibilitätsgründen (Upgrade auf AX2009) dort. Genaue Funktion habe ich aber noch nicht ausprobiert








Allgemein

  • "Physisch negativer Bestand" bewirkt dass Artikel dieser Lagersteuerungsgruppe ins Negative gebucht werden können.
  • "Wertmäßig negativer Bestand" bewirkt, dass Bestand entnommen werden kann, für den es z.B. noch keine Eingangsrechnung gibt.
  • "Physischen Wert einbeziehen" erzeugt eine Neuberechnung des Einstandspreises zum Zeitpunkt der mengenmäßigen Zubuchung. Andernfalls erfolgt die Neuberechnung erst mit der Verbuchung der wertmäßigen Buchung (Eingangsrechnung, Ende Produktionsauftrag)




  • "Physischer Bestand buchen" bewirkt, dass physische Buchungen (z.B. Lieferschein) temporär auf Zwischenkonten gebucht werden. Der Paramater bewirkt Buchungen auf den in der Artikelgruppe hinterlegten Konten:
    • "Lieferschein" und "Lieferscheinausgleich"
    • "Abgang aus Kommissionierliste", "Kommissionierliste Gegenkonto"
    • "Fertigmeldungszugang", "Fertig gemeldet – Gegenkonto"






  • "Wertmäßigen Bestand buchen" bewirkt, dass alles was in AX im Lager buchbar ist, auch auf Konten im Hauptbuch gebucht wird. Wenn Schalter nicht gesetzt, muss im Hauptbuch die Bestandsveränderung manuell gebucht werden. Der Paramater bewirkt Buchungen auf den in der Artikelgruppe hinterlegten Konten:
    • "Abgang" / "Zugang" sowie "Verbrauch" hinterlegten Konten.




  • "Physischen Umsatzerlös buchen" bewirkt wertmäßige Verbuchung von Umsatzerlösen im Hauptbuch bereits zum Zeitpunkt der Lieferscheinbuchung und nicht erst bei Rechnungsbuchung
  • "Physischen Einkauf buchen" bewirkt wertmäßige Verbuchung von Einkaufswerten im Hauptbuch bereits zum Zeitpunkt des Wareneingangs und nicht erst bei der Eingangsrechnung
Der Artikeltyp hat keinen Einfluss auf das Lagermodell.